SIM-Karten-Portierung: Rufnummer behalten beim Anbieterwechsel

Anbieterwechsel bedeutet nicht automatisch neue Nummer. Die Rufnummernportierung ermöglicht es, Ihre gewohnte Handynummer zu behalten – unabhängig davon, zu welchem Anbieter Sie wechseln. So funktioniert es.

Einleitung: Ihr Recht auf Rufnummernmitnahme

Seit 2002 haben alle Mobilfunkkunden in Deutschland das gesetzlich verankerte Recht, ihre Rufnummer beim Anbieterwechsel mitzunehmen. Die Portierung ist kostenlos und muss innerhalb eines Werktages abgeschlossen sein. Kein Anbieter darf die Portierung verweigern oder unnötig verzögern – das regelt die Bundesnetzagentur.

Jährlich werden in Deutschland rund 12–15 Millionen Rufnummern portiert. Der Prozess ist gut eingespielt und läuft meist reibungslos – wenn man die richtigen Schritte befolgt.

Portierung Schritt für Schritt

Schritt 1: Kündigungsfrist beim alten Anbieter prüfen

Prüfen Sie in Ihrem Vertrag oder auf der letzten Rechnung das Vertragsende und die Kündigungsfrist. Die meisten Verträge laufen 24 Monate, danach monatlich kündbar mit 3 Monaten Frist (bei alten Verträgen) oder 1 Monat (bei neueren Verträgen nach der Telekommunikationsgesetz-Reform 2021).

Schritt 2: Neuen Tarif abschließen und Portierung beantragen

Beim neuen Anbieter (z. B. Telekom) Tarif abschließen und dabei angeben, dass Sie Ihre bestehende Nummer portieren möchten. Sie benötigen:

Wichtig: Der neue Anbieter kümmert sich um die gesamte technische Abwicklung – Sie müssen den alten Vertrag separat kündigen.

Schritt 3: Kündigung beim alten Anbieter einreichen

Kündigen Sie Ihren alten Vertrag fristgerecht. Die Kündigung muss rechtzeitig vorliegen, damit der Vertrag zum gewünschten Datum endet. Manche Anbieter akzeptieren die Kündigung nur schriftlich (per E-Mail, Fax oder Brief).

Tipp: Wenn Sie eine Kündigung mit gleichzeitiger Portierung einreichen, akzeptieren viele Anbieter einen kombinierten „Portierungsauftrag" – der neue Anbieter sendet automatisch die Kündigung im Ihren Namen. Bei Telekom als neuem Anbieter ist das standardmäßig im Portierungsprozess integriert.

Schritt 4: Portierungsdatum abwarten

Der Portierungstag ist der Tag, an dem Ihre Nummer zum neuen Anbieter wechselt. An diesem Tag:

Schritt 5: Portierung bestätigen

Nach erfolgreicher Portierung erhalten Sie eine Bestätigungs-SMS. Testen Sie Anrufe in alle Netze und SMS, um sicherzustellen, dass alles funktioniert.

Portierungsdauer: So lange dauert es

Schritt Dauer Hinweis
Antrag stellen Sofort Bei Vertragsabschluss angeben
Portierungsbearbeitung 1–3 Werktage Technische Abwicklung zwischen Anbietern
Tatsächlicher Portierungstag Werktags, 6–22 Uhr Wenige Stunden Unterbrechung möglich

Häufige Fehler beim Portieren

Achtung: Bei Ablauf einer Prepaid-SIM (Guthaben verfallen) verfällt auch das Recht zur Portierung der Nummer. Stellen Sie sicher, dass Ihre SIM zum Zeitpunkt der Portierung aktiv und nicht gesperrt ist.

Portierung zu Telekom: Besonderheiten

Wenn Sie zu Telekom wechseln und Ihre Nummer mitnehmen:

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Frage 1: Kann ich meine Festnetznummer auf eine Mobilfunk-SIM portieren?

Nein – Festnetznummern (geografische Ortsnetzvorwahl) können nicht auf Mobilfunk-SIMs portiert werden und umgekehrt. Mobilfunknummern (015x, 016x, 017x) können nur zu anderen Mobilfunkanbietern portiert werden. Für Festnetz-Rufnummern ist eine Migration innerhalb des Festnetzbereichs möglich (z. B. bei Umzug).

Frage 2: Kostet die Portierung etwas?

Nein – die Rufnummernportierung ist in Deutschland kostenlos. Kein Mobilfunkanbieter darf eine Gebühr für die technische Portierung erheben. Allerdings kann der alte Anbieter die restliche Vertragslaufzeit in Rechnung stellen, wenn Sie vorzeitig kündigen. Das ist keine Portierungsgebühr, sondern die vertragliche Restlaufzeit.

Frage 3: Wie lange ist meine alte SIM nach der Portierung noch aktiv?

Sehr kurz – in der Regel werden alte SIM und neue SIM am Portierungstag innerhalb von Minuten bis wenigen Stunden umgeschaltet. Es gibt einen kurzen Moment, in dem weder die alte noch die neue SIM aktiv ist (typisch unter 30 Minuten). Danach ist ausschließlich die neue SIM aktiv, die alte wird automatisch deaktiviert.

Frage 4: Was passiert, wenn ich während der Portierung erreichbar sein muss?

Portierungen werden bevorzugt nachts (2–5 Uhr) oder früh morgens durchgeführt, um die Unterbrechungszeit zu minimieren. Wenn Sie eine dringende Erreichbarkeit haben, wählen Sie ein Portierungsdatum auf einen Tag mit weniger Terminen oder informieren Sie wichtige Kontakte vorab. Telekom versucht, Portierungen zwischen 6 und 22 Uhr durchzuführen, Hauptzeiten sind früh morgens.

Frage 5: Kann ich eine bereits portierte Nummer erneut portieren?

Ja – es gibt keine Beschränkung, wie oft eine Nummer portiert werden kann. Wenn Sie nach einem Jahr wieder den Anbieter wechseln möchten, können Sie die Nummer erneut mitnehmen. Allerdings gelten die üblichen Kündigungsfristen und Mindestlaufzeiten des neuen Vertrags.

Fazit & Ausblick

Die Rufnummernportierung ist eines der verbraucherfreundlichsten Elemente des deutschen Mobilfunkmarkts. Das gesetzliche Recht auf kostenlose Mitnahme gibt Kunden Freiheit, den Anbieter ohne Bindung an eine Nummer zu wechseln.

Für Telekom-Neukunden ist der Prozess einfach und digital vollständig abwickelbar: Vertrag online abschließen, Portierungsauftrag erteilen, Termin abwarten. Die neue Telekom-SIM-Karte läuft ab dem Portierungsdatum mit der alten Nummer – nahtlos und ohne weitere Handlungen.

Letztes Update: Mai 2026